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Problem mit Aufzug Nottelefon nach Abdrehen von POTS.


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Folgender Sachverhalt bei einem Bekannten:

 

Nach Tarifänderung ist POTS abgedreht und somit das Nottelefon im Aufzug nicht mehr ausfallsicher.

 

Durch Anruf wurde der Kunde zu einem Tarifwechsel von A1 combi zu A1 Internet XS überredet.

 

Nach Ablauf des Rücktrittsrechts bei Fernabsatz war Festnetz Telefon über den Splitter abgedreht. Mit dem Y-Kabel geht es wieder, ABER:

 

Das Notruftelefon im Aufzug ist von der hauseigenen Stromversorgung abhängig. Wenn das Modem ausfällt oder die Internetverbindung ausfällt, ist kein Notruf mehr möglich.

 

Da die meisten Kunden die technischen Folgen eines solchen Tarifwechsels nicht kennen, ist das eine sehr ungute Situation. Ein zufriedener Kunde wurde mit diesem Tarifwechsel verärgert.

 

Meine Frage an die Community und eventuell an A1-Mitarbeiter:

 

Ist eine Wiederherstellung von POTS möglich?

 

Wenn nicht, welcher Aufwand auf wessen Kosten ist nötig, um den Notruf im Aufzug so ausfallsicher zu machen, wie es mit POTS der Fall war? Derzeit sollte der Aufzug nicht benutzt werden, wenn sich nur eine Person im Haus aufhält. 

 

Erfahrungsberichte und Lösungsvorschläge willkommen...

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Beste Antwort von oversixty 30 Juli 2020, 11:12

Bisherige Recherchen, von mir interpretiert, Irrtum vorbehalten:

 

Es gibt keine gesetzlichen Vorgaben für Notrufsysteme.

Bisherige Praxis mit POTS: Die für den Notruf zuständigen Errichter (Aufzuffirma, Notruf-Dienstleister, ...) haben die technischen Spezifikationen für den Telefonanschluss, über welchen mögliche Notrufe statt finden, dem betreffenden Anbieter mitgeteilt. Bei POTS war eine Zustimmung des Anbieters zu diesen Vorgaben offensichtlich gängige Praxis.

 

Nach Umstellung auf VOIP ist das aus Kundensicht offensichtlich ein Glücksspiel. Dass hier die Errichter von Nottelefonen wohl bessere Chancen haben, als Kunden ohne entsprechende Kontakte, liegt auf der Hand. Aus meiner Sicht eine Wettbewerbsverzerrung zu Lasten der Endkunden.

 

Eine Lücke der Gesetzgebung, nach gängiger Praxis ein Versäumnis der jetzigen und früheren Regierungen, da ja die meisten Gesetze über Regierungsvorlagen beschlossen werden.

 

Schon seit Jahren wird die Umstellung auf VOIP geplant und umgesetzt, um POTS und/oder ISDN abzuschalten. Das Problem wäre einfach zu lösen, wenn jeder Anbieter von Telefonverbindungen verpflichtet wäre, allgemein gültige Spezifikationen für Notrufapparate einzuhalten bzw. bei Bedarf anzubieten. Eindeutig ein Marktvorteil für Anbieter von Notrufsystemen aller Art zum Nachteil der Endkunden.

 

Betreffend A1 (Es gilt die gesetzliche und moralische Unschuldsvermutung)::

Warum lässt A1 ihre bisherigen Kunden mit POTS-Anschluss “dumm sterbend” im Regen stehen?

 

Wie auch immer, ich wiederhole mich sinngemäß: Warum sollte ich in meinem sozialen Umfeld bei Leuten mit A1-Anschluss, die mich um Hilfe bitten bei technischen Problemen, A1 auch nur ansatzweise verteidigen angesichts meiner subjektiven  Erfahrungen, dass Kontakte zum Service bei A1 mit immer mehr Hürden und Ignoranz versehen sind?

 

 

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9 Antworten

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Kleine USV vor Modem anschließen.

z.B. APC BK350EI

 

 

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Ein Ansatz wäre IP TUS von einem Anbieter zu nehmen und darüber den Lift anzuschließen. Nachteil, das kostet richt viel. 

Vielleicht hat der Lifthersteller auch eine eigene Lösung die IP kann und Ethnernet mit Mobilfunk fallback betreibt.

Der Lifttechniker der den Lift bei meinen Großeltern prüft, meinte er würde sich schon über ein fix am Strom angeschlossenes und im Lift montiertes Handy als Notruflösung freuen. (Aktuell ist es nur ein Lastenlift und deshalb kein Notrufsystem vorhanden)

 

Ein Freund von mir hat gerade ein ähnliches Problem, mit dem Hausnotruf. (Armband mit Notrufknopf) Dort wird das System auf eine Mobilfunklösung umgestellt. War der Vorschlag von der Notrufzentrale, als bekannt gegeben wurde, das auf VoIP umgestellt wird. Da hat übrigens der A1 Mitarbeiter im Shop gemeint, dass ist überhaupt kein Problem und der Notruf würde auch über VoIP funktionieren.

 

Kosten würde ich eher beim Kunden sehen. Weil dieser hatte ja das Produkt Festnetztelefonie und nicht “Lieftnotrufanbindung”. Das alte Produkt hat zwar die Anforderungen vermutlich erfüllt, er hat aber selber den Tarifwechsel zugestimmt. 

 

Bei dem Hausnotrufsystem ist es kostenmäßig so, dass es dann über GSM 5€ Monatlich mehr kostet und ein kostenpflichtiger Technikertermin für die Umstellung nötig ist. Nachdem da ein Fehler beim der Vertragsumstellung war, ließ sich diese Rückgängig gemacht, und es wird zu einem anderen Anbieter gewechselt, der dann 10€ im Monat billiger ist, als das alte A1 Paket. Zwar auch über VoIP aber um dieses wäre man ohne erhebliche Mehrkosten bei der Leitung nicht herum gekommen. 

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USV für das Modem ist ja nicht das einzige Problem. Die Ausfallsicherheit von POTS war um einiges besser, als die Ausfallsicherheit von Festnetz Internet..

 

Das Haus ist keine 5 Jahre alt und bei der installation des A1-Anschlusses war meines Wissens auch A1 bekannt, dass es einen Aufzug mit Nottelefon gibt und deshalb ein POTS-Anschluss wichtig ist. Ich vermute ganz einfach, dass ein Vertragspartner von A1 mit Zugang zu Kundendaten sich eine Prämie für die neue Vertragsbindung von 24 Monaten geholt hat.

Möglicherweise war die Person, welche dem Kunden diese Vertragsänderung verkauft hat, technisch genau so unbedarft über die Folgen einer Umstellung von POTS auf VoiP für Notrufsysteme wie der Kunde selbst.

 

Der Kunde hat das neue Modem, welches ihm zugeschickt wurde, gar nicht in Betrieb genommen. Erst nachdem das Rücktrittsrecht längst abgelaufen war, war plötzlich das Festnetztelefon ausgefallen wegen Abschaltung von POTS.

 

Ich habe ihm heute das neue Modem mit dem Y-Kabel installiert, damit wenigsten das Telefon überhaupt wieder funktioniert, wenn auch ohne Ausfallsicherheit wie es bei POTS und Splitter der Fall war. Meine vorläufige dringende Empfehlung an ihn: Den Aufzug nur benutzen, wenn mindestens 2 erwachsene Personen im Haus sind und mindestens eine Person im Haus nicht gleichzeitig mitfährt.

 

So verärgert man systematisch zufriedene Kunden. Aber auch diese neue 24 Monate Bindungsfrist dauert nicht ewig…

 

Ich helfe ihm aus Gefälligkeit, weil es eine befreundete Familie ist. Genau deshalb werde ich ihm wohl nach Ablauf der neuen Bindungsfrist wohl welchen Rat geben?

 

Was ich ihm als Lösung dieses Problems empfehlen werde, entscheide ich bis anfang nächster Woche. Wer weiß, vielleicht meldet sich noch ein A1-Mitarbeiter. Die Kundendaten könnte ich ja per PN übermitteln, falls es doch noch einen Lösungsvorschlag von A1 geben sollte.

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OK, soll so sein…

 

Bisheriger Status: Bezüglich TÜV und Notfallservice von Dienstleistern hat sicherheitstechnisch ein POTS - Festnetztelefon den Vorgaben entsprochen.

 

Da der größte Anbieter von Festnetztelefon in Österreich offensichtlich kein Interesse daran hat, Kunden entsprechend zu informieren, welche technischen Lösungen nach Umstellung auf VOIP als behördlich genehmigte Alternativen in Frage kommen, werde ich mich wohl selbst über Anfragen bei TÜV, Aufzugerrichter und RTR schlau machen müssen. Das kann etwas dauern, aber ich werde das Ergebnis hier für ebenso Betroffene reinstellen.

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Update: Mittlerweile habe ich einen zweiten Fall, völlig ident. Aber in beiden Fällen gibt es noch ein weiteres Problem:

Das VV2220 kann kein NAT-Loopback. Das ist völlig unbrauchbar. Wie soll eine permanente Synchronisierung von Userdaten auf lokalem NAS (Synology) im eigenen Netz UND aus dem Internet realisiert werden können ohne NAT-Loopback?

 

In einem der beiden Fälle gibt es bereits eine USV für Modem, Switch und NAS.

In beiden Fällen ist Telefon nur wegen Notruf im Aufzug und die Alarmanlage nötig.

 

Wenn es keine Lösung gibt für NAT-Loopback, dann wird wohl in beiden Fällen auf VOIP Festnetztelefonie von A1 verzichtet werden und ein alternativer Anbieter in Frage kommen. Bei Verzicht auf VOIP von A1 wäre eine Fritzbox für das A1-Internet mein Favorit.

 

Zu klären habe ich noch, Ob USV-gestütztes VOIP über Festnetz Internet den behördlichen Sicherheitsstandards entspricht für Notruf im Aufzug.

 

Tipps und andere Vorschläge sind willkommen.

 

 

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Alle Fritz Boxen unterstützen NAT-Loopback !

 

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Nonaned! Warum wohl habe ich eine Fritzbox als Wunschmodem bezeichnet?

Die Fritzbox bietet noch einen weiteren Vorteil: Bei einer LTE-Fritzbox mit Pingzeiten über LTE um die 40 ms habe ich schon mal ein echtes IP-Telefon getestet. Trotzdem störungsfreie Sprechvebindung, wenn das IP-Telefon über LAN an der Fritzbox auf Echtzeitanwendung gesetzt wird in der Fritzbox.

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Bisherige Recherchen, von mir interpretiert, Irrtum vorbehalten:

 

Es gibt keine gesetzlichen Vorgaben für Notrufsysteme.

Bisherige Praxis mit POTS: Die für den Notruf zuständigen Errichter (Aufzuffirma, Notruf-Dienstleister, ...) haben die technischen Spezifikationen für den Telefonanschluss, über welchen mögliche Notrufe statt finden, dem betreffenden Anbieter mitgeteilt. Bei POTS war eine Zustimmung des Anbieters zu diesen Vorgaben offensichtlich gängige Praxis.

 

Nach Umstellung auf VOIP ist das aus Kundensicht offensichtlich ein Glücksspiel. Dass hier die Errichter von Nottelefonen wohl bessere Chancen haben, als Kunden ohne entsprechende Kontakte, liegt auf der Hand. Aus meiner Sicht eine Wettbewerbsverzerrung zu Lasten der Endkunden.

 

Eine Lücke der Gesetzgebung, nach gängiger Praxis ein Versäumnis der jetzigen und früheren Regierungen, da ja die meisten Gesetze über Regierungsvorlagen beschlossen werden.

 

Schon seit Jahren wird die Umstellung auf VOIP geplant und umgesetzt, um POTS und/oder ISDN abzuschalten. Das Problem wäre einfach zu lösen, wenn jeder Anbieter von Telefonverbindungen verpflichtet wäre, allgemein gültige Spezifikationen für Notrufapparate einzuhalten bzw. bei Bedarf anzubieten. Eindeutig ein Marktvorteil für Anbieter von Notrufsystemen aller Art zum Nachteil der Endkunden.

 

Betreffend A1 (Es gilt die gesetzliche und moralische Unschuldsvermutung)::

Warum lässt A1 ihre bisherigen Kunden mit POTS-Anschluss “dumm sterbend” im Regen stehen?

 

Wie auch immer, ich wiederhole mich sinngemäß: Warum sollte ich in meinem sozialen Umfeld bei Leuten mit A1-Anschluss, die mich um Hilfe bitten bei technischen Problemen, A1 auch nur ansatzweise verteidigen angesichts meiner subjektiven  Erfahrungen, dass Kontakte zum Service bei A1 mit immer mehr Hürden und Ignoranz versehen sind?

 

 

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Was man dabei vergisst, Internet und vermutlich auch VOIP laufen über die ARUs - und die sind nicht so lange mit Notstrom versorgt als POTS.

Ich kenne das in ähnlicher Form vom Handynetz, da war bei einem flächendeckenden Stromausfall nach etwa 20 Minuten Schluss und das bei allen Anbietern.

Das wird beim nun großspurig beworbenen 5G Netz kaum anders sein - was nützt die schnelle Geschwindigkeit, wenn nach 20 Minuten Stromausfall Schluss ist?

Wie sollen da ein Notfallbetrieb möglich sein? Was passiert bei einem ferngesteuerten Operationsroboter, der sich inmitten einer heiklen Operation befindet?

Sollen wir wieder viele Rollen an Feldkabeln bunkern? :rage:

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